#1 goodbye (one-shot) von iSfAn91 05.03.2008 19:49

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Jude sass im Wohnzimmer das nur vom Schein einer Kerze erhellt wurde. Sie war in eine Decke eingehült und es war nur ein leises Schluchzen von ihr zu hören. Auch wenn es dunkel war konnte man erkennen dass sie verweinte Augen hatte und auch jetzt wollten die Tränen einfach nicht versiegen. Wie sollten sie auch, Jude hatte keine ruhige Minute mehr, sie machte sich Vorwürfe. Grosse Vorwürfe.
Sie fragte sich wieso das alles ihr passieren musste. Warum gerade sie und nicht irgendein anderer? Warum durfte sie denn nie lange glücklich sein? Weshalb wurde sie immer wieder verlassen?! Sie hatte keine Kraft mehr, sie wusste nicht wie sie das überstehen sollte. Und sie wollte auch nicht, sie wollte so nicht weiter machen. Ganz ohne ihn, es war so unvorstellbar für sie. Jahrelang waren sie glücklich und jetzt sollte es einfach so vorbei sein? Sie hatte aufgehört zu zählen wie viele Male sie sich jetzt schon fragte warum das alles geschah. Dauernd sah sie sein Gesicht, seine wunderschönen Augen, dieses süsse Lächeln mit dem er sie immer angesehen hatte. Die Erinnerungen an ihn quälten sie, auch wenn sie ihn nie vergessen wollte, sie wollte sich immer an ihn erinnern, die Erinnerung an gemeinsame, schöne und glückliche Zeiten wollte sie fürimmer in ihrem Kopf behalten. Auch wenn es ihr unglaublich weh tat uns sie jedesmal wieder zum weinen brachte.

Vor 6 Jahren hatten sie geheiratet und es war einer der schönsten Tage ihres Lebens gewesen. An diesem Tag hatte sie „ja“ zu der Liebe ihres Lebens gesagt, und sie waren beide überglücklich. Sie liebten sich bedingungslos, sie waren immer füreinander da. Auch wenn sie erst 20 Jahre alt war als sie heiratete. Sie wusste dass er der Richtige war. Sie wusste dass er die Liebe ihres Lebens war und sie wusste dass sie nie einen anderen mehr lieben würde als Tom Quincy. Für beide war es Liebe auf den ersten Blick gewesen als sie sich das erste Mal trafen, sie 16 und er 22. Jahrelang durften sie nicht zu ihrer Liebe stehen, sie brachen sich gegenseitig das Herz, auch wenn beide eigentlich wussten wie gross ihre Liebe füreinander war. Man konnte beinahe sagen sie reichte bis ins unermessliche. Sie hätte alles für ihn getan, genau wie er für sie. Er war immer für sie da, vom ersten Tag hörte er ihr zu und half ihr. Und sobald er in ihrer Nähe war, wenn sie bei ihm war, dann fühlte sie sich sicher, sie fühlte sich geborgen und sie spürten beide die Verbindung die zwischen ihnen bestand. Und auch beide wussten genau dass es mehr als Freundschaft war. Es war so viel mehr. Niemand hätte damals geglaubt wie stark ihre Liebe wirklich war. Doch diese Gefühle konnte man kaum in Worte fassen, sie waren zu unglaublich gross, zu stark.
In ihm hatte sie denn Sinn ihres Lebens gefunden, er brachte sie dazu Dinge zu schaffen die sie ohne ihn niemals geschafft hätte, wie zum Beispiel den tragischen Tod ihrer Eltern. Ohne ihn wäre sie am Ende gewesen, sie hätte nicht weitermachen können, doch er hielt sie in seinen starken Armen. Er war einfach für sie da. Er hielt sie hier auf dieser Welt, er war der Grund warum sie leben wollte, warum sie das Leben liebte. Er und die Musik, dass war ihr Leben. Nach dem Tod ihrer Eltern wurde die Verbindung zu Sadie noch stärker als sie schon war. Sie war gerade 18 Jahre alt als der schreckliche Unfall passierte. Sadie und sie waren am Boden zerstört, sie hatten ihre Familie verloren, sie hatten nur noch sich, Tommy und Kwest. Ja auch Sadie hatte ihr Glück gefunden, sie hatte vor 5 Jahren Kwest geheiratet und haben zusammen eine süsse kleine Tochter namens Melanie. Ja die beiden hatten ihr Glück noch. Sie lebten in einem schönen, kleinen Einfamilienhäuschen eine Strasse weiter als Jude und Tommy. Früher, am Anfang ihrer Beziehung hatte Jude immer Angst vor dem Moment wo es vorbei sein würde. Es war zu schön um war zu sein, sie konnte nicht glauben solches Glück verdient zu haben, Tommy verdient zu haben. Sie konnte sich ein Leben ohne Tommy nicht mehr vorstellen, sie hatte unglaubliche Angst dass es irgendwann einfach nicht mehr ging, dass es irgendwann ein Ende hatte. Auch wenn sie sich unglaublich liebten, wer wusste schon, was in ein paar Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren sein würde?! Niemand. Nur ein kleiner Vorfall konnte schon alles verändern..

Ein kleiner Vorfall konnte schon das ganze Leben eines Menschen auf den Kopf stellen, nichts mehr war so wie zuvor und man glaubte das Leben kaum noch ertragen zu können.
Sie hatte damals so unglaubliche Angst dass ihr Glück einmal zu Ende war, manchmal weinte sie den ganzen Abend wenn sie alleine war, nur aus Angst Tommy zu verlieren, vor Glück mit ihm zusammen zu sein. Doch nicht nur Jude ging es so, auch Tommy hatte Angst davor seine geliebte Jude eines Tages zu verlieren. Er hatte Angst dass sie ihm viel zu früh wieder weg genommen würde. Auch er wollte sich kein Leben ohne sie vorstellen.
Doch genau das was sie immer befürchtete, wovor sie Angst hatte, war jetzt eingetreten. Sie sass hier allein, dachte an früher zurück und weinte. Sie weinte und weinte und die Tränen wollten nicht versiegen. Es tat so weh, sie hatte verloren was sie immer am Leben hielt, sie hatte verloren was sie mehr als alles andere liebte. Ihr geliebter Ehemann war weg, er war gegangen, und sie sass jetzt allein hier, und es gab kein zurück das wusste sie. Auch wenn es ihr unglaublich schwer fiel das zu glauben, sie musste es. Anfangs hatte sie gehofft dass sie gleich aufwachen würde und das alles nur ein schlimmer Albtraum war. Doch irgendwann musste sie schliesslich einsehen dass sie aus diesem Albtraum niemals aufwachen würdde, da es die Realität war. Tommy war weg und würde niemals zu ihr zurückkehren. Es war vorbei, jedoch zu früh, viel zu früh. Wieder bebte ihr ganzer Körper da sie wieder bitterlich zu weinen begann. Sie so zu sehen brach einem das Herz.. Sie war am Ende, sie wusste nicht weiter, sie war zutiefst verzweifelt. „Warum?!“, fragte sie jetzt schluchzend und sie konnte kaum reden, so sehr weinte sie und rang jetzt nach Atem. Sie schlug die Hände vor ihr Gesicht und ihr Körper zitterte erneut.

Wie sollte sie denn ihrer kleinen 6 Jahre alten Tochter beibringen dass letzte Nacht ihr Vater gestorben war?! Wir brachte man einem Kind bei dass ihr Vater nicht mehr hier war, dass sie ihn nie mehr wieder sehen würde, dass er niemals zurück kommen konnte?! Sie verkraftete es ja kaum selbst, wie würde es dann Lynn schaffen? Wie würde sie das aufnehmen?!
Wenn sie nicht hier wäre und ihr kleiner Bruder, hätte sie keinen Grund mehr zu leben. Tommy war neben ihrer Tochter das Wichtigste in ihrem Leben. Der Sinn ihres Lebens. Ohne ihn war alle wertlos. Aber sie musste stark sein, sie musste tapfer sein und für ihre Tochter weitermachen. Und bald würde Lynn ein Geschwisterchen haben, dass seinen Vater niemals kennenlernen würde. Tommy hatte sich so sehr auf das Baby gefreut, und jetzt wird er es niemals in den Arm nehmen können, er wird Lynn nie mehr in den Arm nehmen können. Und auch sie wird er nie mehr in den Arm nehmen können, er wird sie nie wieder küssen können. Sie werden nie wieder miteinander sprechen können. Er war nicht mehr da und das fürimmer.

Vor einigen Monaten wurde Tommy plötzlich krank und ging zum Arzt. Doch es war nichts harmloses wie Tommy mir zuerst immer versicherte. Tommy war sehr krank. Todkrank um genau zu sein, er erkrankte an Blutkrebs. Als er es mir sagte hatte er Tränen in den Augen und ich spürte wie seine Hand zitterte die ich fest drückte, ich spürte dass auch er Angst hatte. Als er zu Ende gesprochen hatte hob er seine Hand und strich über meine Wange und erst jetzt merkte ich dass auch ich zu weinen begonnen hatte. „Es wird alles wieder gut.“, versicherte er mir wie jedesmal wenn ich weinte. Er liess sich operieren, doch die Operation war erfolglos. Es war schon zu spät. Der Arzt erklärte uns behutsam dass er nur noch wenige Monate zu leben hatte. Für mich brach damals schon die Welt zusammen, doch ich hatte damals noch keine Ahnung wie es sich anfühlen würde wenn es schliesslich wirklich so weit war. Tommy wollte noch jede Minute gemeinsam mit ihr und Lynn geniessen. Natürlich wusste Lynn nichts davon dass sie ihren Dad vielleicht das letzte Mal sah. Wir konnten es ihr nicht sagen, doch sie merkte das etwas anders war. Sie merkte wie sich ihre Eltern ab und zu traurige Blicke zu warfen. Wie sie sich lange ansahen, als wollten sie sich einander das Aussehen des Anderen genau einprägen damit sie sich immer daran erinnern konnten, als ob sie sich bald trennen müssten, aber sie verstand das alles nicht.

Und gestern Nacht lag Tommy in Judes Armen und sie sprachen nochmal über ihr Leben und das alles klang wie ein Abschied. „Ich bin so froh dass ich dich damals kennen gelernt habe, du bist das Beste was mir je passieren konnte Süsse. Du hast mir eine wundervolle Tochter geschenkt und bald wird da auch noch ein Geschwisterchen sein. Du bist so eine wundervolle Frau, Mutter und so wunderschön. Und wenn ich irgendwann nicht mehr da bin Jude. Hör nicht auf zu leben! Leb dein Leben weiter, hab keine Angst weiter zu machen. Hab keine Angst dich wieder zu verlieben wenn du dazu bereit bist. Und ich weiss du wirst gut für unsere Kinder sorgen. Glaub mir Jude, ich würde nichts lieber als mit dir alt zu werden, aber Gott wollte es nicht so. Er holt mich jetzt zu sich, aber ich glaube daran dass wir uns irgendwann wieder treffen. Doch bis dahin wird eine lange Zeit vergehen und ich möchte, ich wünsche mir dass du wieder glücklich wirst. Und ich weiss du wirst es schaffen, du bist stark Jude, du kannst es schaffen.“, sagte Tommy leise zu mir. „Ich will nicht ohne dich leben Tommy. Ich kann es nicht, ich liebe dich doch so sehr. Du bist neben den Kindern das Wichtigste in meinem Leben, wie soll ich ohne den Sinn meines Lebens weiterleben?! Als ich dich traf wusste ich dass du die Liebe meines Lebens bist, und jetzt muss ich dich gehen lassen, viel zu früh. Aber denk nicht dass ich dir Vorwürfe mache, ich weiss dass du es genau so wenig willst wie ich..“, erwiderte ich nun. „Doch Jude du kannst es! Du wirst einen neuen Sinn finden der dich am leben hält! Unsere Kinder, sie brauchen ihr Mutter. Sie verlieren ihren Vater, also lass sie nicht auch noch ihre Mutter verlieren. Ich möchte dass du glücklich wirst Jude! Versprichst du mir das?“, fragte er jetzt. Eine Tränen floss ü¨ber meine Wange doch ich nickte. „Ich verspreche es dir!“, flüsterte ich. „Aber ich werde dich niemals vergessen, die Erinnerungen an dich und an unsere wunderschöne Zeit, an unsere Liebe wird immer in meinem Herzen sein. Ein Teil von dir wird immer bei mir sein. Lynn und das Kleine das erste in einigen Monaten das Licht der Welt erblicken wird. Du bist in ihnen. Sie werden mich immer an dich erinnern. Vergiss nie Tommy, ich werde dich fürimmer lieben und es wird nie einen Menschen geben den ich mehr lieben könnte als dich!“, fuhr ich fort und inzwischen sind es schon mehrere Tränen geworden. Tommy lächelte mich an und sagte dann: „Danke Jude, ich weiss du wirst es schaffen. Ich danke dir für all die wunderschönen, unvergesslichen Jahre. In dir habe ich die Liebe meines Lebens gefunden. Ich habe noch nie zuvor so gefühlt wie ich es bei dir tat, tue und immer tun werde. Und glaub mir, ich würde dich auch für immer lieben wenn ich noch länger leben würde. Du wirst immer in meinem Herzen sein, ich werde immer bei dir sein, ich werde auf dich und die Kinder aufpassen, hab keine Angst Jude.“ Ich nickte weinend während Tommy seine Hand hob und sanft über meine Wange streichelte und meinen Kopf langsam näher zu sich zog bis sich unsere Lippen berührten und sich in einem zärtlichen Kuss wiederfanden. Als wir uns voneinander lösten flüsterte er: „Ich..Ich werde dich..für immer..lieben..vergiss..es nie..“ „Ich würde es nie vergessen.“, flüsterte ich und Tränen flossen über meine Wangen während ich ihn in meinen Armen hielt und er langsam und fürimmer seine Augen schloss…

Sie wusste nicht wie, aber sie wusste dass sie ihr Versprechen einhalten würde. Sie wusste das sie es schaffen musste. Für Tommy und die Kinder. Liebevoll streichelte sie über ihren Bauch und flüsterte: „Du hättest deinen Daddy geliebt, kleiner Tommy.“..

#2 RE: goodbye (one-shot) von alexzfan03 20.03.2008 21:30

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Dazu muss ich wieder einen Kommentar abgeben!


Du kannst es einfach, das Schreiben!

#3 RE: goodbye (one-shot) von iSfAn91 30.03.2008 15:58

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danke für den kommi! <3

#4 RE: goodbye (one-shot) von Rockladie 14.04.2008 08:34


oh mann ist das traurig...aber schön...noch mehr von solchen one shots bitte^^

#5 RE: goodbye (one-shot) von Jommyfan4ever 14.04.2008 23:03

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ich sitze hier,bin traurig und
aber wie af03 sagt du kannst es einfach und das bedarf keiner grosser kommentare!!

#6 RE: goodbye (one-shot) von think_positive 22.04.2008 21:23

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Der one-shot war echt gut und ich muss sagrn es war so traurig ich hätte fast geweint!!

Du kannst echt gut schreiben!!

#7 RE: goodbye (one-shot) von iSfAn91 26.04.2008 13:16

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danke!!

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